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Verdichtungsnachweis: Überprüfung des Gründungspolsters

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Verdichtungsnachweis: Erdarbeiten erledigt – Überprüfung des Gründungspolsters

Nach den Erdarbeiten ist das Gelände endlich vorbereitet – aber ist der Boden wirklich tragfähig genug für die geplante Gründung und die Betonagearbeiten?


Die Antwort liefert der Verdichtungsnachweis. Er bestätigt, dass das sogenannte Gründungspolster (Ersatz für den Mutterboden) zusammen mit dem gewachsenen Boden ausreichend verdichtet ist, um die Last des Gebäudes sicher aufnehmen zu können.

In diesem Artikel erfahren Sie, wann ein Verdichtungsnachweis sinnvoll ist, wie die Überprüfung abläuft und warum er oft die letzte, aber entscheidende Sicherheitskontrolle vor dem Baubeginn darstellt.

Warum ein Verdichtungsnachweis wichtig ist

Selbst die besten Erdarbeiten nützen wenig, wenn das Gründungspolster nicht ausreichend verdichtet ist.

Eine zu geringe Verdichtung bzw. lockere Lagerung der lastaufnehmenden Schichten kann zu Setzungen, Rissen im Beton oder dem Mauerwerk z.B. führen – oft erst Jahre nach der Fertigstellung.

Der Verdichtungsnachweis schafft Klarheit: Er belegt, dass die Bodenverhältnisse unter der Bodenplatte gleichmäßig tragfähig sind und die Lasten des Gebäudes sicher aufgenommen werden können.

👉 Ein professionelles Baugrundgutachten liefert die Grundlage – der Verdichtungsnachweis ist die Kontrolle, dass diese Vorgaben auch eingehalten wurden und die erforderlichen Kennwerte im Ergebnis erreicht werden.


Wann wird ein Verdichtungsnachweis benötigt?

Ein Verdichtungsnachweis ist besonders empfehlenswert:

  • nach umfangreichen Erdarbeiten (Auffüllungen, Bodenverbesserungen, Austauschmaterial)
  • wenn der Baugrund nachträglich verändert wurde
  • bei unterlagernden bindigen Böden (z. B. Lehm oder Ton), insbesondere bei einer Konsistenz unterhalb “steif” (Mindestanforderung).
  • bei sensiblen Bauwerken wie Doppelhäusern, Garagen oder Gebäuden mit Teilunterkellerung

Er dient als Prüfung zur Qualitätssicherung, insbesondere dann, wenn unterschiedliche Firmen für Erdarbeiten und Rohbau zuständig sind (Schnittstellenproblematik).


Wie läuft die Überprüfung ab?

  1. Visuelle Kontrolle – Zunächst wird geprüft, ob das Gründungspolster aus geeignetem Material und schichtenweise gleichmäßig hergestellt wurde.
  2. Ausführung leichter oder mittelschwerer Rammsondierungen (DPL / DPM) – insbesondere wenn mehr als 50 cm Bodenautausch erfolgt sind (häufig der Fall) – oder Lastplattendruckversuche (aufwändiger in der Ausführung da Gegengewicht < 4,5 to erforderlich). Dynamische Fallplattenversuche kan der Auftragnehmer in der Eigenkontrolle schichtemweise vorab durchführen (Einwirktiefe 30 cm max.).
  3. Bewertung der Ergebnisse – Die Messwerte des Eindringwiderstands bzw. der Bodennachgiebigkeit zeigen, ob die geforderte Verdichtung erreicht wurde.
  4. Dokumentation – Der Gutachter erstellt ein schriftliches Prüfprotokoll als Nachweis für den Auftraggeber, die Bauleitung oder Behörde.

Je nach Umfang dauert die Prüfung meist nur wenige Stunden – liefert aber entscheidende Sicherheit für die weiteren Bauarbeiten. Im Falle des nicht-erreichens der erforderlichen Werte ist letztmalig vor den Betonagen und dem Weiterbau die Möglichkeit gegeben nachzubessern, im einfachsten Fall sorgfältig nachzuverdichten.


Vorteile eines Verdichtungsnachweises

  • Nachgewiesene Qualitätssicherung der Erdarbeiten
  • Vermeidung von späteren Setzungsschäden
  • Planungssicherheit für Bauleiter, Statiker und Bauherren
  • Beweisführung im Streitfall (z. B. bei Bauabnahme oder Versicherung)
  • Ergänzung zum Baugrundgutachten – praxisnahe Kontrolle vor Baubeginn

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie im Beitrag
👉 Ablauf einer Baugrunderkundung – So läuft ein Bodengutachten in der Praxis ab


Was kostet ein Verdichtungsnachweis?

Die Kosten hängen vom Umfang der Prüfung ab – meist liegen sie zwischen 650 und 900 €, je nach Größe der Fläche und Anzahl der Messpunkte (min. 6 Stk.). Ein vergleichsweise kleiner Betrag, wenn man bedenkt, dass die Ergebnisse über die Langzeit-Standsicherheit des gesamten Gebäudes entscheiden.

Wer bereits ein Bodengutachten beauftragt hat, kann den Verdichtungsnachweis oft als zusätzliche Leistung mit in Auftrag geben – das spart Zeit und Kosten.


Fazit: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

Der Verdichtungsnachweis ist der letzte Schritt, bevor die Bodenplatte betoniert wird – und gleichzeitig einer der wichtigsten. Er bestätigt schwarz auf weiß, dass der Baugrund standfest, gleichmäßig verdichtet und belastbar ist. So vermeiden Bauherren und Bauträger teure Folgeschäden und können den nächsten Bauabschnitt mit gutem Gefühl starten.


Ihr Vorteil mit DKG Baugrund

Bei DKG Baugrund erhalten Bauherren alles aus einer Hand – vom Bodengutachten bis zum Verdichtungsnachweis:

  • Schnelle Terminvergabe (innerhalb 1–2 Wochen)
  • Messung (mit DIN-konformen Methoden) & Gutachten aus einer Quelle
  • Erste Einschätzungen zu den ergebnissen erfolgen direkt vor Ort
  • Individuelle Betreuung und Ausführung durch den Inhaber
  • Über 60 positive Google-Bewertungen als Zeichen für Qualität & Zuverlässigkeit

👉 Melden Sie sich gern direkt bei uns, wenn Sie nach den Erdarbeiten Ihr Gründungspolster überprüfen lassen möchten – wir beraten Sie unverbindlich und führen die Messungen fachgerecht durch.


Weiterführende Artikel

→ Was bringt ein Bodengutachten? Alles, was Sie über Baugrundgutachten wissen müssen

→ Ablauf einer Baugrunderkundung – So läuft ein Bodengutachten in der Praxis ab

→ Baugrundrisiken frühzeitig erkennen: Diese Warnsignale sollten Sie ernst nehmen

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Über den Autor: Dr. Martin Kuhn

Gründer und Inhaber von DKG Baugrund

DKG steht für „Dr. Kuhn Geoconsult“. Ich bin als Diplomgeograph der TU-Braunschweig zum Dr. rer. nat. an der RWH Bonn promoviert mit Fokus auf den angewandten Geowissenschaften, Schwerpunkt Geologie und Bodenkunde sowie der Architektur (FH-Hildesheim). 

Meine ersten Tätigkeiten im Bereich Boden und Baugrund begannen vor über 30 Jahren mit Untersuchungen in Wasserschutzgebieten und Sonderforschungsbereichen. Ab 1999 habe ich als angestellter Projektmanager und SiGeko eine Vielzahl von Bauten und Projekten in unterschiedlichsten Aufgabenstellungen und Größenordnungen betreut, mit Baukosten von 0,5 bis 50,0 Mio. €.

Die Leidenschaft für das Verständnis von  Wechselwirkungen zwischen Boden und Bauten, der verschiedenen Funktionalitäten und sicheren Errichtung und Nutzung dauert bis heute an.

Meine Arbeit basiert auf Kompetenz und Erfahrungswissen, ich  stehe für Termintreue und die Erzeugung nachvollziehbarer und prüfbarer Ergebnisse.

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